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Wer war Käthe Leichter?

Käthe Leichter, 1895 als Käthe Pick in Wien geboren, ist eine Pionierin der österreichischen Frauen- und Sozialpolitik. Zwischen 1914 und 1918 studierte sie Rechts- und Staatswissenschaft in Wien und Heidelberg. Im Jahr 1919 wurde Käthe Leichter wissenschaftliche Mitarbeiterin Otto Bauers in der Staatskommission für Sozialisierung und Konsulentin im Finanzministerium. Von 1925 bis zum Februar 1934 leitete sie das neugeschaffene Referat für Frauenarbeit in der Wiener Arbeiterkammer und sozialwissenschaftliche Studien zur Frauenarbeit. Sie veröffentlichte zahlreiche Zeitungsessays, Aufsätze und mehrere Bücher (z. B. Frauenarbeit und Arbeiterinnenschutz in Österreich, 1927; Wie leben die Wiener Heimarbeiter, 1928; Handbuch der Frauenarbeit in Österreich, 1930; So leben wir ... 1320 Industriearbeiterinnen berichten über ihr Leben, 1932). Daneben war Käthe Leichter u. a. im Frauenkomitee der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei tätig und wurde 1932 als erste Frau in den Betriebsrat der Arbeiterkammer gewählt. Ab dem Februar 1934, in der politischen Illegalität, schloss sich Käthe Leichter den Revolutionären Sozialisten an, hielt Vorträge und arbeitete an politischen Informations- und Nachrichtendiensten mit. 1938 wurde sie verhaftet, kam 1939 in das Konzentrationslager Ravensbrück, wo sie 1942 ermordet wurde.

Gender-Ausschuss der Kulturwissenschaftlichen Fakultäten
Universität Wien

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